Feministischer Kampftag Düsseldorf 2026
Feminismus kennt keine Grenzen – Kampf gegen Imperialismus, Patriarchat und Faschismus
Demonstration am 07. März 2026, 15:00 Uhr
Sammlung ab 14:15
Treffpunkt: Gustaf-Gründgens-Platz (Vorm Schauspielhaus)
Kommt mit uns auf die Straßen!
Demoaufruf
Unser Kampf gegen das Patriarchat und seine Verbündeten, der Kampf für die Befreiung von FLINTA* (Frauen, Lesben, inter*, nichtbinären, trans* und agender Personen) lässt sich weder auf eine Nation, noch auf einen Tag im Jahr beschränken.
Unsere Unterdrückung ist global. Patriarchat, Krieg und Ausbeutung sind kein Zufall – sie sind System!
Staaten, Konzerne und Machteliten des globalen Nordens sichern ihren Wohlstand durch Ausbeutung, Krieg und Abschottung. Deutschland rüstet auf. Ob durch Frontex im Mittelmeer oder bei den Angriffen auf Rojava, Sudan oder Gaza: Auch deutsche Waffen sind Teil der Vernichtung. Waffenexporte, Grenzregime und wirtschaftliche Ausbeutung zerstören Lebensgrundlagen im Globalen Süden. Sie zwingen über 100 Millionen Menschen zur Flucht. Deutschland und die EU sind federführend dabei: Sie kriminalisieren Migration, verweigern Schutz und berauben Menschen ihrer Rechte, während Reichtum, Waren und Ressourcen ungehindert zirkulieren.
Trotz all dieser Gewalt, Krieg, Vertreibung und patriarchaler Unterdrückung organisieren sich im Globalen Süden basisdemokratische, feministische und antikoloniale Bewegungen. Sie leisten Widerstand, bauen Gemeinschaften auf, verteidigen ihre Lebensweisen und führen Befreiungskämpfe gegen imperialistische und kapitalistische Ausbeutung. Diese Befreiungskämpfe, wie in Rojava, zeigen, dass Widerstand nicht nur gegen Ausbeutung gerichtet ist, sondern aktiv neue, solidarische und emanzipatorische Gesellschaftsformen aufbaut. Diese Bewegungen sind Teil unseres gemeinsamen Kampfes gegen Patriarchat, Imperialismus und Faschismus. Gleichzeitig finden diese Kämpfe überall statt. In Deutschland leisten wir als migrantische, migrantisierte und rassifizierte Menschen Widerstand gegenüber all jenen Erzählungen, die uns kriminalisieren oder in die Betroffenheit drängen. Dabei leisten wir nicht nur Widerstand gegen das System, das uns problematisiert, sondern bauen aktiv Lebensweisen und Räume, in denen unsere Leben möglich sind. Egal wie sehr die unterdrückerischen Mächte versuchen, uns das Leben unheimlich zu machen, entscheiden wir uns, uns zusammenzuschließen und über Staatsgrenzen und Zugehörigkeitslogiken hinweg füreinander zu sorgen. Unser Feminismus kennt keine Grenzen.
Patriarchale Gewalt wird zur strategischen Kriegswaffe: Zwangsverheiratung, Zwangsschwängerung, Versklavung. Vergewaltigung, vor allem gegen FLINTA*, aber auch gegen Kinder und cis Männer in Gefangenschaft. Das Ziel: Selbstbestimmung, Widerstand & Hoffnung zu brechen. Gemeinschaften auszulöschen, Kontinuitäten zu zerstören. FLINTA* und ihre Körper werden im Patriarchat selbst zu Objekten des Krieges.
Milliarden fließen in Waffen, Panzer und Bundeswehr. Und wo wird gekürzt? Bei Sozialem und Bildung. Beim Ausbau der Frauenhäuser, bei Beratung und Angeboten für queere Jugendliche. Bei Prävention, politischer Bildung, Pflege und sozialer Sicherheit. All das brauchen wir aber, um die zunehmende Gewalt und faschistische Radikalisierung abzuschwächen. Wo bleibt die gerechte Entlohnung für Menschen, die uns am Leben und unser System am laufen halten: Erziehung, Pflege, Reinigung, Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion, Transport. Vor allem migrantische, illegalisierte oder anders mehrfach marginalisierte FLINTA* arbeiten unter extremem Druck und mit dem Risiko für Altersarmut. Doch gleichzeitig leisten besonders migrantisierte und illegalisierte FLINTA* Widerstand: gegen Mehrfachunterdrückung durch Rassismus, Grenzregime, ökonomische Ausbeutung und geschlechtsspezifische Gewalt. Als FLINTA* ist unsere gemeinsame Antwort darauf: Widerstand gegen diese Politik. Hoch die internationale Solidarität!
Jungen Menschen wird die Bundeswehr als attraktiver Arbeitgeber angepriesen – ein System, das von rechten Netzwerken und patriarchaler Gewalt durchzogen ist. Gehen sie nicht freiwillig, droht die Wehrpflicht. Aufrüstung bedeutet also nicht nur Gewalt nach außen, sondern auch Verschlechterung unserer Lebensbedingungen und Gewalt nach innen: Widerstand wird kriminalisiert. Vor allem die Palästina-Solidaritäts-Bewegung, die kurdische Bewegung und antifaschistische Proteste bekommen diese zu spüren. Ob Prügel gegen Demonstrant*innen, verschärfte Polizeigesetze, Schauprozesse oder Berufsverbote für Aktivist*innen – die Regierenden bereiten nicht nur Krieg vor, sondern wollen auch Widerstand verhindern. Diese Politik ist das Sinnbild des wieder erstarkenden Faschismus. Feministische Emanzipation wird bekämpft, ein sexistisches Frauen- und Familienbild gestärkt. Rechte instrumentalisieren Feminismus für rassistische Hetze. Doch das ist kein Feminismus, es ist Teil der Herrschaftslogik. Wir haben kein Migrations-Problem, die Probleme heißen Patriarchat und Rassismus!
Der Staat, die Polizei oder Männer sind für uns kein Schutz. Ihr bewahrt uns nicht vor Gewalt und rettet uns auch nicht, wenn diese passiert ist. Nur unsere hart erkämpften, unterfinanzierten Schutzeinrichtungen und unsere eigenen solidarischen Strukturen fangen uns auf. Und auch das nur teilweise! FLINTA* mit Behinderung, FLINTA* ohne Papiere und obdachlose FLINTA*, die Gewalt erleben, fallen meist völlig aus dem System. Unsere Solidarität muss wachsen!
Gewalt gegen FLINTA* ist immer noch Alltag, sie steigt sogar an. Gewalt in Beziehungen, in Familien, auf der Arbeit und auf der Straße, in Form von Polizeigewalt, in organisierten Netzwerken. Jeden Tag werden FLINTA* bedroht, misshandelt oder getötet, weil sie FLINTA* im Patriarchat sind. #notallmen? Alle kennen Betroffene aber niemand kennt Täter? Fälle wie die um Epstein zeigen: das System schützt Täter und nicht Betroffene!
Jeden Tag gibt es einen Femizidversuch in Deutschland, jeden zweiten Tag gelingt einer. Weltweit alle zehn Minuten! Es sind keine Einzelfälle. Diese Gewalt ist Teil des zugrundeliegenden Systems dieser Gesellschaft, das auf Ungleichheit und Unterdrückung basiert. Dieses System lebt Diskriminierung und Spaltung! Entlang von Geschlecht, Hautfarbe, Nationalität, Herkunft, Religion. Stoppt die Entmenschlichung!
Wir fordern echte Solidarität mit Betroffenen von patriarchaler Gewalt und zwar nicht nur, wenn es in eure politische Anschauung passt! Wie oft wird (sexualisierte) Gewalt gegen Kinder und Gewalt gegen FLINTA* nur thematisiert, wenn jemand sie zum Mittel für ihre rassistische, antisemitische oder transfeindliche Hetze machen kann. Wie verhindert ihr Gewalt in Euren eigenen Reihen? Stoppt die Instrumentalisierung unseres Leids!
Unser feministischer Kampf muss ein gutes Leben für Alle zum Ziel haben Jîn Jîyan Azadî
Komm‘ mit uns auf die Straße, um gemeinsam der Trauer und Verzweiflung ebenso wie der Wut und der Hoffnung Ausdruck zu verleihen!
Demokonsens
Sexistisches, homo- und transfeindliches, ableistisches, rassistisches, antisemitisches und islamfeindliches Verhalten haben keinen Platz auf unserer Demo!
Unsere Demo will (queer-)feministische und antisexistische Kämpfe in den Mittelpunkt stellen und feiern.
Wir bitten euch deshalb, nur Fahnen, Plakate und Transparente mit klarem feministischem Bezug zu zeigen. Bitte keine Parteiflaggen und reine Orga-Fahnen. Nationalflaggen von besetzten Gebieten können gezeigt werden.
Wir fordern Gruppen und Organisationen, denen Gewalt oder Täterschutz vorgeworfen wird, auf, die Teilnahme an unserer Demo zu verzichten – aus Respekt gegenüber Personen, die von patriarchaler, (insbesondere sexualisierter) und rassistischer Gewalt betroffen sind.
Bei Grenzüberschreitungen und sonstigen Vorkommnissen bitten wir um umsichtiges und solidarisches Verhalten innerhalb der kompletten Demo. Solltest du Diskriminierung erleben, wende dich bitte an die Ordner*innen oder an das Awareness-Team.
